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Rapsblüte – Spätfröste, anstehende Maßnahmen, Insektenbefall

13.04.2017

Rapsblüte und Schädlinge wie Sklerotinia und Rapsglanzkäfer 


Deutschlandweit stehen die Bestände im April kurz vor der Rapsblüte oder sind in der Blüte. Aufgrund tiefer Temperaturen bis hin zu Nachtfrösten kann es zu Schädigungen an der Blüte wie abgefrorenen Blüten oder Blütenknospen kommen. Selbst wenn während der Rapsblüte keine Infektionsbedingungen für eine Sklerotinia-Infektion vorherrschen, so sollte doch eine Fungizidapplikation in der Vollblüte erfolgen.


Wenn die Temperaturen im einstelligen Bereich und nachts unter dem Gefrierpunkt liegen, führt das dazu, dass die Blüten bzw. die Blütenknospen abfrieren und die Rapsblüte in einer „S“-Form, statt ihrem typischen Aufbau, weiterwächst. Trotz tiefer Temperaturen sollte über eine Sklerotinia-Behandlung zur Vollblüte nachgedacht werden, da sich  die Infektionsbedingungen schnell ändern können.

 

Wann ist Rapsblüte und wie ist der Aufbau der Blüte? 

Mitte April stehen die Bestände in ganz Deutschland kurz vor der Rapsblüte oder sind sogar schon in der Blüte. Der genaue Zeitpunkt ist jedoch von der Sorte abhängig. Damit die Sorte sich Ihren Anforderungen anpasst, bietet DEKALB Ihnen frühblühende, mttelfrühblühende und spätblühende Rapssorten an.


Der Aufbau der Rapsblüte ist zwittrig und vierzählig. Sie hat vier längliche Kelchblätter von 5 bis 10 Zentimetern, vier gelbe Kronblätter, über einen Zentimeter lang, verkehrt-eiförmig und mit rundem Ende. Es gibt sechs Staubblätter und einen Stempel mit langgestrecktem Fruchtknoten, kurzem Griffel und kopfiger Narbe.

 

 

Das Risiko eines Schadens der Bestände während der Rapsblüte hängt davon ab, wann die ersten Schädlinge zufliegen. Das ist bei den meisten Arten der Fall, wenn sich die Temperaturen tagsüber den 20°C nähern und nachts nur noch selten unter 5°C sinken. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Rapsglanzkäfer, Kohlschotenrüssler, Kohlschotenmücke, den großen Rapsstängelrüssler und den gefleckten Kohltriebrüssler.


Am 01.04.2016 wurde das Applizieren von Biscaya nach dem BBCH Stadium 59 (wenn die ersten Blütenblätter sichtbar und die Blüten noch geschlossen sind) verboten. Dieses Verbot wurde nach einem halben Jahr wieder aufgehoben und Biscaya darf seither ohne Einschränkungen eingesetzt werden.

 

Um einen wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten, sollte der Schädling früh erkannt. Sie sollten wissen, wann sich die ersten Rapsblüten öffnen, und bei Überschreiten der Schadschwelle vor diesem Zeitpunkt die Behandlung durchführen. Eine Bekämpfung gegen den Rapsglanzkäfer nach dem BBCH Stadium 59, also zu Beginn der Rapsblüte, ist auch nicht mehr notwendig, da der Rapsglanzkäfer sich ausschließlich von Blütenstaub ernährt, an den er anfangs nur durch Zerbeißen der Kelch- und Blütenblätter gelangt. In offene Rapsblüten kann der Schädling jedoch ungehindert eindringen und verursacht keinen Schaden mehr.

 

 

 

Tabelle 1: Zugelassene Insektizide im Raps, Stand 01.04.2016: Je nach Tankmischung kann sich die Bieneneinstufungvon B4 nach B2 oder B1 ändern (Quelle: JKI.Bund.de)

 

Schadschwelle und Bekämpfung des Rapsglanzkäfers

Der Rapsglanzkäferbefall ist regional stark unterschiedlich. Er schwankt zwischen mäßigem Befall, der nicht die Schadschwelle von 10 Rapsglanzkäfern pro Haupttrieb in einem starken Bestand erreicht, bis zu seinem sehr hohen Befall, der die Rapsglanzkäfer-Schadschwelle weit überschreitet. Auch der Zuflug für den Rapsstängelrüssler und Kohltriebrüssler ist regional stark unterschiedlich. Zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers, sowie dieser beiden Arten sollte man die abgedeckte Gelbschale kontrollieren und erst bei einem Überschreiten der Schadschwelle eine Applikation durchführen. Dies ist notwendig, um eine Resistenzbildung an den Schädlingen zu verhindern. Nur so ist die Bekämpfung des Rapsglanzkäfers effektiv und langfristig möglich. Wenn Sie mehr über die Kontrolle des Käfers in Ihrem Bestand erfahren möchten, stellen Sie uns Ihre Fragen.

 

Weißstängeligkeit: Bekämpfung von Sklerotinia sclerotiorum

 

Eine weitere in der Vollblüte gut behandelbare Rapskrankheit ist die Weißstängeligkeit, verursacht durch den Erreger Sklerotinia sclerotiorum. Sie tritt vor allem bei engen Rapsfruchtfolgen, unter 25 Prozent, und bei langjährigem Rapsanbau auf. Charakteristisch für diese Krankheit ist das Auftreten von lockerem, weißem Pilzmyzel auf dem Stängel und Wurzelhals. Bricht man den Bereich auf, so findet man die für die Krankheit typischen Sklerotien. Diese Sklerotien haben eine sehr ähnliche Form wie „Hasenködel“ und sind so auch für das ungeübte Auge einfach zu erkennen. Entscheidend für das Auftreten von der Weißstängeligkeit sind die Witterungsbedingungen zur Zeit der Rapsblüte. Aufgrund der geringen Kurativleistung der Fungizide gegen den Pilz sind Behandlungen möglichst zeitnah zur Infektion zu legen, nur so sind circa zwei Wochen Wirkung gegen den Pilz zu erreichen. Pauschal sind Behandlung zum BBCH Stadium 65, der vollen Rapsblüte, ausreichend wirksam. Standardbehandlungen werden in intensiven Rapsanbauregionen prophylaktisch immer zur Vollblüte durchgeführt.

 

Nicht nur die Blüte ist ein kritischer Zeitpunkt für die Rapsbestände – mindestens genauso wichtig ist die Ernte. Deshalb stellt DEKALB Ihnen auch alle wichtigen Informationen zur Rapsernte zur Verfügung.

 

 

Tabelle 2: Auswahl von Fungiziden zur Blütenbehandlung in Winterraps