DEKALB informiert: Die physiologische Knospenwelke 27.04.2018

DEKALB informiert: Die physiologische Knospenwelke

 

Deutschlandweit häufen sich die Meldungen, dass der Raps die Knospen abwirft bzw. vertrocknet sind und abfallen. Hierbei handelt es sich um keine Krankheit, sondern um ein Phänomen, dass besonders im Frühjahr bei „Temperaturstress“ auftritt.

 

         

  

 Abb. 1: Eingetrocknete Blütenknospen am Haupt- und Nebentrieb

 

Die Ursachen für die physiologische Knospenwelke können vielfältig sein, aber meistens sind es:

  • Starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht (mehr als 15 °C) im Frühjahr
  • Zeitweise Stickstoff-, Bor- oder Schwefelmangel (Aufgrund der starken Niederschläge im Herbst, gab es kaum „Reserven“)
  • Teilweise Kahlfröste im Februar und März
  • Das Wurzelsystem des Raps ist dieses Jahr aufgrund der anhaltenden Niederschläge im Herbst zum Teil sehr schlecht ausgebildet. Dies hat zur Folge, dass das Wurzelsystem die explosionsartige Wachstumsphase vom Schossen bis zum Blühbeginn nicht ausreichend versorgen konnte.

Das Frühjahr 2018 startete im Vergleich zu den letzten Jahren sehr spät, war dann aber geprägt von einem starken Temperaturanstieg von bis zu 30°C. So traten Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht von mehr als 20°C auf und das Schossen des Rapses ist fast explosionsartig gestartet.

Häufig sind die leichteren Standorte mehr betroffen als die schweren Standorte. Ursachen hierfür sind Auswaschung und/oder Verlagerung von Nährstoffen (auch Mikronährstoffen), schnelleres Austrocken des Bodens und ein schlecht ausgebildetes Wurzelsystem. Des Weiteren gab es regional einen starken Zuflug des Rapsglanzkäfers (RGK). Die Schäden des RGK sind denen der physiologischen Knospenwelke sehr ähnlich.

 

Die vorhergesagten milderen Temperaturen und Niederschläge werden für eine Beruhigung der aktuellen Situation sorgen. Die Biomassebildung verläuft jetzt langsamer, so dass die Wurzel mit der Nährstoffaufnahme wieder in ein Gleichgewicht kommt. Des Weiteren werden bei kühleren Temperaturen die Seitentriebe vermehrt gebildet. Die Pflanzen besitzen noch genügend Blütenknospen, sodass bei einer Wetterverbesserung noch genug Schoten gebildet werden können. Der Raps besitzt ein hohes Kompensationsvermögen, so dass von Umbrüchen noch abgesehen werden sollte.

 

© DEKALB® 30.04.2018