Ist eine späte Rapsaussaat sinnvoll? 05.09.2018

In diesem Jahr säen viele Betriebe in ganz Deutschland ihren Raps erheblich später als sonst. Dies ist zurückzuführen auf die anhaltende Trockenheit des ungewohnt heißen Sommers. Bevor ausgesät werden kann, müssen Niederschläge kommen, damit die Bodenfeuchte das richtige Niveau erreicht. Nur so ist ein guter Feldaufgang gewährleistet, nach dem sich der neue Bestand gesund entwickeln kann. Ausschlaggebend dafür ist, dass die Böden in vielen Regionen noch warm sind. Die späte Aussaat ist eine sinnvolle Entscheidung, denn sobald der Saathorizont gut durchfeuchtet wird, ist eine gute Keimung jederzeit noch möglich. So lassen sich auch die Saatgutkosten wieder auffangen.

 

Gute fachliche Praxis bei der Aussaat

 

Durch die geringen Niederschläge und die jüngsten Wetterverhältnisse sind die Böden sehr warm und trocken. Das Saatgut kann aber nur keimen, wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Winterrapssamen nehmen rund 40 Prozent ihres Eigengewichts an Wasser auf, weshalb eine Wasserknappheit zu diesem Zeitpunkt die Keimung maßgeblich beeinträchtigen kann. Bei der Aussaat strebt der Landwirt in erster Linie einen raschen, homogenen Feldaufgang an. Ein durch Trockenheit bei oder nach der Aussaat bedingter heterogener Feldaufgang führt zu ungleichmäßig entwickelten Pflanzen, die das rechtzeitige Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln erschweren. Bei Trockenheit kann das Saatgut mehrere Tage oder gar Wochen unbeschadet im Boden ruhen, solange es nicht zur Keimung kommt. Hat die Keimung einmal begonnen, kann sich jeglicher Wassermangel, der im Kotyledonenstadium (BBCH 9) auftritt, negativ auf die Pflanzenpopulation auswirken. Bis zu 80 Prozent Verluste sind möglich.

Bei anhaltender Dürre sind außerdem die Möglichkeiten des Pflanzenschutzes stark eingeschränkt. Daher empfiehlt es sich bei großer Trockenheit, die Aussaat zu verschieben, bis sich höhere Niederschläge einstellen und sich die Bodenfeuchte verbessert. Wenn das Saatgut früher im warmen Boden abgelegt wird (als dieser noch ausreichend durchfeuchtet war), kann es in diesem Jahr zu Problemen kommen, weil sich der Bestand aufgrund der höheren Temperaturen zu schnell entwickelt und damit einem erhöhten Erkrankungsrisiko durch Kohlhernie ausgesetzt ist. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Pflanze vor dem Winter in die kritische Phase der Halmverlängerung kommt. Die Folge sind Ertragseinbußen oder Probleme bei den Pflegemaßnahmen.

 

Fakten zum späten Aussaatfenster

 

  • - Wer den richtigen Saatzeitpunkt wählt, reduziert die Gefahr eines erhöhten Schädlingsdrucks oder kann gar auf das Einkürzen verzichten. Denn bei einer frühen Aussaat kann vor dem Winter eine unerwünscht verfrühte Halmverlängerung eintreten.

 

  • - Im Normalfall liegt das Aussaatfenster in Deutschland zwischen dem 15. August und dem 1. September, aber angesichts der extremen Trockenheit, die bei der Aussaatplanung für landwirtschaftliche Betriebe immer noch eine entscheidende Rolle spielt, dürfte sich dieses Fenster in diesem Jahr etwa bis zum 15. September verlängern.

 

  • - Sobald es regnet, ermöglichen die warmen Böden eine sehr rasche Entwicklung, sodass die Pflanzen das ideale Wachstumsstadium (3x8: 8-Blatt-Stadium, 8 mm Stängeldurchmesser und 8 cm Wurzellänge) noch vor Wintereinbruch erreichen können.

 

  • - Aufgrund der warmen, trockenen Bedingungen haben die Vorfrüchte aus der letzten Saison noch reichlich Stickstoff und Mikronährstoffe im Boden gelassen, von denen der diesjährig auflaufende Raps profitieren dürfte.

 

  • - Das Angebot an DEKALB Rapshybriden umfasst ein breites Sortenspektrum, das sich auch für späte Saattermine eignet.

 

Wichtig für eine späte Aussaat: die Wahl der Sorte

 

Bei einem späteren Raps-Saattermin sollten unbedingt Hybride wie DK Expansion oder DK Expedient gewählt werden, die für ihre rasche Entwicklung bekannt sind. Für den Landwirt kommt es auch auf eine hohe Ertragsstabilität an – das gilt besonders für die vergangenen Jahre, in denen sich die Witterung als problematisch erwiesen hat. Wer da auf ein bewährtes Produkt setzt, das Jahr um Jahr stabile Erträge erzielt, trifft die richtige Entscheidung.

 

Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung

 

Trockene Böden sind häufig zu klutig und erschweren die Saatbettbereitung. Das zieht oft einen heterogenen Feldaufgang nach sich. Bei trockener Wärme kann es sinnvoll sein, die Aussaat zu verschieben, bis der Saathorizont ausreichend durchfeuchtet ist. Dieses Jahr geht es vor allem darum, die Bodenfeuchte zu konservieren. Eine reduzierte, pfluglose Bodenbearbeitung trägt dazu bei, die Bodenfeuchte in den oberen Schichten zu erhalten, sodass das Saatgut besser keimt und der Bestand sich früh entwickelt.

 

Empfehlungen zur Aussaatstärke

 

DEKALB kann dem Landwirt konkrete Empfehlungen zur Aussaatstärke für individuelle Hybriden aussprechen. Generell sollten unsere Hybriden mit 40 bis 45 Körnern pro Quadratmeter gesät werden. Durch die resultierende ideale Aussaatstärke bildet sich eine Pflanzendecke, die gute Erträge verspricht. Angesichts der trockenen Böden sollte die Ablagetiefe in der laufenden Saison gemäß guter fachlicher Praxis so gewählt werden, dass das Saatgut die verfügbare Bodenfeuchte für einen gleichmäßigen Auflauf und eine solide Bestandesentwicklung nutzen kann.

 

Unkrautbekämpfung

 

Ein weiteres Problem der diesjährigen Sommerdürre ist die Bekämpfung von Ausfallgetreide. Wenn es sehr trocken ist, keimen die Ausfallsamen viel später, weshalb der übliche Stoppelsturz vor der Rapsaussaat in vielen Fällen nicht ausreicht. Die Unkrautbekämpfung im gewachsenen Bestand ist oft noch problematischer. DEKALB jedoch bietet den Erzeugern in Deutschland gleich mehrere CLEARFIELD®-Sorten an. Diese Sorten stellen eine Kombination aus hochwertigen Rapshybriden und effektivem Pflanzenschutz durch Herbizidapplikation im Nachauflauf dar.

 

 

Wüchsige Hybriden mit rascher Bestandesentwicklung

 

Ein solider Auflauf, eine rasche Entwicklung und solides Wachstum – diese Eigenschaften sind der Schlüssel zu einem früh erkennbaren Anbauerfolg bei Winterraps und dessen Toleranz gegenüber klimatischen Belastungen im so wichtigen Frühentwicklungsstadium. Einige Hybriden entwickeln sich schneller und zuverlässiger, bilden gute Wurzeln aus und können früh Nährstoffe aufnehmen. Die gute Wüchsigkeit ist ein wesentliches Merkmal, auf das wir in unserem DEKALB Züchtungsprogramm großen Wert legen, damit unsere Sorten den harten Herbst und Winter gut überstehen. Mit diesen Eigenschaften und einer raschen Blattentwicklung stellen DK Expansion und DK Expedient eine sehr gute Wahl für spätere Aussaattermine dar.

 

Wenn Sie eine individuell zur Raps-Aussaat in Ihrem Betrieb wünschen, senden Sie uns Ihre Frage oder kontaktieren Sie die zuständigen Experten in Ihrem Bundesland.