Ratgeber zur Ernteterminierung von Silomais nach Trockenstress 02.08.2018

Aufgrund der regional zum Teil sehr starken Trockenschäden bei Mais vor bzw. zur Blüte in diesem Jahr, häufen sich die Fragen wie mit solch geschädigten Maisbeständen umzugehen ist bzw. wann diese geerntet werden sollten.

Im Regelfall ist durch Trockenstress geschädigter Mais nach Wasserzufuhr in der Lage zu regenerieren. Die besondere Problematik in diesem Jahr besteht darin, dass die Trockenheit in manchen Regionen seit der Aussaat vorherrscht und vor bzw. während der Blüte auftrat. Solch geschädigte Bestände, die aktuell zum Teil Wuchshöhen von unter einem Meter aufweisen, bilden in der Regel keinen Kolben aus.

 

Auf folgende Arten von Trockenstress im Mais sollte jetzt und in den kommenden Wochen geachtet werden:

 

1.Kurzwüchsige Bestände, die seit der Aussaat keinem Niederschlag ausgesetzt waren und inzwischen sehr stark vertrocknet sind
2.Bestände mit einer Wuchshöhe von einem bis zwei Metern, bei denen die Kolbenbildung stark durch die anhaltende Trockenheit zum Zeitpunkt der Blüte gefährdet ist

 

Vor Beginn der Ernte sollten folgende Punkte berücksichtigt bzw. eingehalten werden, um die vorherrschende Lage besser einschätzen zu können:

 

1.Einschätzung der einzelnen Schläge im Betrieb bzgl. Schweregrad und Anteil der Trockenschäden und Bildung des Mittelwertes aller Schläge zur Abschätzung der Trockenschäden in Summe der Flächen (Siehe auch Tabelle zur Entscheidungshilfe)
2.Sofern der Mais noch nicht komplett abgestorben ist und noch ein paar grüne Bestandteile aufweist, kann es von Vorteil sein, einen bevorstehenden Regen abzuwarten. In manchen Fällen kann es zu einem leichten „Wiederergrünen“ der Pflanzen kommen
3.Sofern kein Regen in Aussicht ist, umgehend mit der Ernte beginnen und dabei die trockensten Schläge zuerst räumen
Es ist darauf zu achten, dass der Mais nicht unterhalb von 30% TS geerntet wird, um durch Sickersaftbildung bedingte Verluste zu minimieren
Bei Beständen mit unterschiedlichen TS-Gehalten eine schichtweise Befüllung des Silos im Wechsel der einzelnen Schläge vornehmen. Beginnend mit den trockensten Beständen und mit den Beständen mit den niedrigsten TS-Gehalten abschließen
Generell gilt, je mehr Kolbenanlagen, desto länger sollte nach einem Trockenstress-Ereignis abgewartet werden
4.Sofern es sich um inhomogen Schläge handelt, kann eine Beerntung von Teilflachen notwendig sein
5.Häcksellänge:
Je feuchter das Pflanzenmaterial (Kolbenloser, grüner Bestand) desto länger
Je trockener das Pflanzenmaterial (Abgestorbener Bestand mit oder ohne Kolben) desto kürzer
6.Bei extrem trockenen Beständen ist der Einsatz eines heterofermentativen Silier-Mittels zu überlegen
7.Durch Trockenheit gestresster Mais kann hohe Konzentrationen an Nitrat aufweisen. Dieses wird im Rahmen der Silierung teilweise abgebaut. Es ist jedoch Vorsicht im Umgang mit Silage geboten, die aus Mais gewonnen wurde, der Trockenstress ausgesetzt war
Schnitthöhe beim Häckseln anpassen (Die höchsten Konzentrationen an Nitrat finden sich im unteren Stängelbereich der Maispflanze)
Mindestens vier Wochen Silierdauer einhalten
Beim Einsatz in der Fütterung mit anderen Futterquellen vermischen, um einen Verdünnungseffekt zu erzielen
 
Tabelle als Entscheidungshilfe
 
 
Alle mündlich oder schriftlich von Monsanto oder ihren Mitarbeitern oder ihren Vertretern erteilten Informationen, einschließlich der Informationen in diesem Artikel, wurden nach bestem Wissen erteilt. Sie dürfen jedoch nicht als Zusicherung oder Garantie von Monsanto im Hinblick auf die Leistung oder Eignung der Produkte ausgelegt werden, da diese von den regionalen Klimaverhältnissen und anderen Faktoren abhängen können. Monsanto übernimmt keine Haftung für solche Informationen. Diese Informationen sind nicht Bestandteil eines Vertrags mit Monsanto, sofern nicht anders schriftlich vereinbart.