Der April macht was er will! 10.05.2016

„Der April macht was er will!“ - unter diesem Motto zeigte sich der April dieses Jahr von seiner unbeständigen Seite. Er begann deutschlandweit größenteils mit milden Temperaturen. Ab Monatsmitte schlug das Wetter um und es begann vielerorts stark zu Regnen. Gegen Ende des Monats kehrte der Winter in vielen Regionen mit Nachtfrösten, in einigen Regionen auch mit Wintergewittern und Schneeschauern zurück. Durch die sehr niedrigen Temperaturen wurde die Maisaussaat vielerorts unterbrochen und erst im Mai wieder fortgesetzt. Früh gelegter Mais kämpfte mit den tiefen Temperaturen (Kälteschäden waren/sind sichtbar).

 

Welche Auswirkungen hatten die tiefen Temperaturen nun für den Raps?

 

Vielerorts blühte der Raps bereits, in einigen Regionen war die Vollblüte bereits erreicht. In diesem Stadium ist der Raps besonders kälteanfällig und es kann durch Frost zu Schädigungen an den Blüten oder an den Blütenknospen kommen. Raps, der zu dieser Zeit kurz vor dem Blühbeginn stand, zeigte frostbedingt oft eine leichte violett Verfärbung der Blätter und auch Blütenknospen (siehe Bild 1). 

 

Leicht violett verfärbte Blütenknospe

Bild 1: Leicht violett verfärbte Blütenknospe

 

Dieses „Zeichnen“ wird dadurch hervorgerufen, dass die Pflanzen tagsüber zwar assimilieren kann (Lichtreaktion der Photosynthese), da ausreichend Strahlung vorhanden ist, die gebildeten Assimilate können jedoch nicht in der Dunkelreaktion weiter verarbeitet werden, da die Temperaturen noch zu gering sind. Es kommt zu einem Assimilatestau, der die Violett-Färbung von Blättern und Knospen verursacht.

 

In Regionen mit kalten Temperaturen zeigen sich Spätfrostschäden an der Blüte (siehe Bild 2).

 

Spätfrostschäden an der Rapsknospe

Bild 2: Spätfrostschäden an der Rapsknospe

 

Der Raps verfügt jedoch über eine sehr hohe Kompensationskraft: Rapsfelder, die bereits geblüht haben und deren Knospe / Blüte durch den Frost geschädigt wurden, begannen mit dem Einsetzen der wärmen Temperaturen wieder gelb zu blühen.  

 

Ob ein Schaden durch den Forst entstanden sein könnte, hing in diesem Jahr sehr stark von den Blüheigenschaften der einzelnen Sorte ab: Früh blühende Sorten wie z.B. Exalte wurden stärken in Mitleidenschaft gezogen wie Sorten, die ein etwas späteres oder spätes Blühfenster haben.

 

Unterschiedlicher Blühbeginn in einem DEKALB FACT-Versuch im April/Mai 2016

Bild 3: Unterschiedlicher Blühbeginn in einem DEKALB FACT-Versuch im April/Mai 2016

 

Grundsätzlich gilt, dass früh blühende Sorten für Spätfröste anfälliger sind wie spät blühende Sorten. In Jahren mit auftretenden Spätfrösten haben die spät blühenden Sorten in der Regel einen Vorteil gegenüber den früh blühenden Sorten. Meist ist die Knospe/Blüte dann bei den spät blühenden Sorten noch geschlossen, während es bei den früher blühenden Sorten zu einem Blüten- und/oder Schotenabwurf kommen kann.  

 

Im Allgemeinen können die Schäden durch Spätfröste während der Blüte jedoch vom Raps kompensiert werden, so dass es kaum zu Ertragsreduktionen kommt. Viele Bestände, die Ende April einen Spätfrostschaden zeigten, präsentieren sich jetzt wieder in voller Blütenpracht.

 

Wo Schatten ist, ist jedoch meist auch Licht: Durch die kühlen Temperaturen war der Insektenzuflug, insbesondere der des Rapsglanzkäfers sehr gering, so dass eine späte Bekämpfung oft nicht erforderlich war. 

 

Anstehende Maßnahmen im Raps

 

Sofern noch nicht geschehen, führen Sie in den nächsten Tagen die Vollblütenspritzung mit einem leistungsstarken Fungizid durch, um den Raps vor einem Befall mit z.B. Sklerotinia zu schützen. Auch ein Bienen-ungefährliches Insektizid (B2 oder B4-Einstufung auch in Kombination mit Fungiziden) zur Bekämpfung auftretender Schotenschädlinge kann zugemischt werden. Bei den derzeit relativ vorzüglichen Rapspreisen eine lohnenswerte Maßnahme, die Ihr Betriebseinkommen absichert.

 

Wir wünschen Ihnen ein gutes Gelingen Ihres Rapses!

 

Ihr DEKALB Team