Praktikertipps für die Behandlung von Rapsblüten 23.04.2019

Auch wenn die kalten Temperaturen der letzten Woche die Entwicklung der Rapsbestände etwas gebremst haben, blüht der Raps zunehmend auf. Allerhöchste Zeit sich über die anstehende Blütenbehandlung Gedanken zu machen!

Die Jahre 2016 und 2017 haben deutlich gezeigt, dass man Sklerotinia im Raps auf keinen Fall unterschätzen sollte. Starkbefälle können beim Ertrag von Raps Verluste von bis zu 30% verursachen. Besonders eindrucksvoll zeigen dies offizielle Versuche vom Pflanzenschutzdienst Hessen, in welchen der Mehrertrag durch eine Blütenbehandlung mit PROPULSE® bei 15,6 dt/ha in 2016 bzw. 13,7dt/ha lag.
 

Das Fungizid PROPULSE® hat sich als besonders leistungsstarkes Produkt für die Blütenbehandlung gegen Sklerotinia dem Erreger der Weißstängeligkeit im Raps bewährt. Die Kombination aus einem SDHI Fluopyram und einem Azolwirkstoff Prothioconazol macht das Produkt besonders wirkungssicher. Neben Sklerotinia wird auch die Rapsschwärze (Alternaria) bekämpft und die Schotenplatzfestigkeit sowie die Vitalität der Pflanzen verbessert. Aufgrund der phytosanitären wie auch pysiologischen Effekte liegt der Mehrertrag durch eine Fungizidmaßnahme in der Rapsblüte im Mittel der Jahre bei ca. 2,5 dt/ha und ist damit hoch wirtschaftlich.

Praxisempfehlungen zum Fungizid-Einsatz in der Rapsblüte:

 

  • Leistungsstarke Fungizide einsetzen (PROPULSE®)
  • Applikation zur Vollblüte (BBCH 65)
  • Hohe Wasseraufwandmengen (mind. 300 l/ha)
  • Niedrige Durchfahrtsgeschwindigkeiten (4-5 km/h)
  • Applikation bevorzugt in den Abendstunden vornehmen
  • Bienengefährlichkeit der Tankmischung unbedingt beachten

 

 

Insektizideinsatz in der Rapsblüte:

Häufig wird die Fungizidbehandlung in der Rapsblüte mit einer Insektizidbehandlung gegen den Kohlschotenrüssler oder die Kohlschotenmücke kombiniert. Vor dem Einsatz von Insektiziden in der Rapsblüte gilt es immer abzuwägen: 

  • Ist der Bekämpfungsrichtwert überschritten und eine Insektizideinsatz wirklich notwendig?

  • Stimmen der Termin für die Fungizidbehandlung und die Insektizidbehandlung überein, sodass eine Tankmischung sinnvoll ist?

  • Ist eine geplante Tankmischung bienenungefährlich (B4)?

 

Insbesondere Versuche in Norddeutschland zeigen immer wieder, dass ein starker Befall mit Schädlingen im Raps deutliche Ertragsverluste zur Folge haben kann. Besonders eindrucksvoll, wie wichtig das richtige Timing der Maßnahmen bei einem starken Schädlingsbefall in der Blüte ist, zeigt ein 2018 in Auftrag gegebener Versuch, welcher nahe Lübeck (Schleswig-Holstein) durchgeführt wurde.

Zur Bekämpfung von Schädlingen in der Rapsblüte wird das Insektizid BISCAYA® empfohlen. Pyrethroide wirken in vielen Regionen aufgrund der fortschreitenden Resistenzentwicklung beim Kohlschotenrüssler nicht mehr zuverlässig und werden deshalb auf im Rahmen der Anti-Resistenzstrategie der JKI nicht für den Einsatz in der Rapsblüte empfohlen. 

Besondere Aufmerksamkeit sollte -aufgrund der veränderten Auflagen- dem Bienenschutz bei der Ausbringung von Tankmischungen mit Biscaya in blühenden Rapsbeständen geschenkt werden:

 

Unsere Empfehlung in der Rapsblüte: 1,0 l/ha Propulse + 0,3 l/ha Biscaya

* Bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes

>> Weitere Produktinformationen zu Pflanzenschutzmitteln von Bayer finden Sie unter: www.agrar.bayer.de  Bei Beratungsfragen kontaktieren Sie das kostenlose AgrarTelefon 0800-2202209

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Warnhinweise und –symbole beachten.