Nach der Ernte ist vor der Ernte 01.10.2016

- Rapsbestände zeigen sich von gut bis sehr schlecht -

 

Während in Süd- und Ostdeutschlands Mitte September die lang erwarteten Niederschläge fielen, wenn auch häufig unter den erwarteten Mengen, so blieb der Nordosten wieder einmal trocken. So sind in einigen Regionen im Vergleich zum Vorjahr nur 1/3 der Niederschläge gefallen.

 

Die Rapsbestände zeigen sich sehr verschieden. So gibt es Bestände, die das 6-8 Blatt Stadium erreicht haben und Bestände die nur sehr unregelmäßig bis gar nicht aufgelaufen sind. Die meisten Bestände werden sich bis zum Winter „zurecht gewachsen“ haben, doch es wird auch Bestände geben, bei denen über ein Umbruch nachgedacht werden sollte. Ein Umbruch sollte nur dann erfolgen, wenn:

 

  • Der Bestand großflächige Lücken zeigt
  • Auch nach Niederschlägen kein Raps mehr aufläuft
  • Die Bestandesdichte von 10-15 gleichmäßig verteilten Pflanzen pro m² nicht erreicht wird

 

Bild: Dünner Rapsbsbestand: Ein Umbruch ist hier nicht sinnvoll!

 

Ein lückiger Bestand bzw. ein schwach entwickelter Raps hat eine schlechte Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern, Schädlingen (Rapserdfloh, Schnecken etc.) und es besteht die Gefahr der Auswinterung. Nach solchen Szenarien ist mit weiteren Ausfällen zu rechnen. Der Raps hat zwar eine hohe Kompensationskraft und kann Fehlstellen mit einer guten Verzweigung im Frühjahr bei guten Witterungsbedingungen ausgleichen. Bitte prüfen Sie Ihre Bestände auch bei weiterhin anhaltender Trockenheit auf einen Schneckenbefall und bringen sie Schneckenkorn gerade in den dünnen Beständen aus. Bereits die morgentliche Taubildung kann den Schnecken reichen, um sich auf der Bodenoberfläche zu bewegen. Auch der Rapserdfloh kann dünne Bestände besonders beeinträchtigen, da er sich auf die wenigen vorhandenen Pflanzen stürzt.

 

Bild 2: Kombinierter Schaden durch Schnecken und Rapserdfloh

 

Sollte ein verstärkter Erdflohbefall festgestellt werden, sollte alles daran gesetzt werden, die Pflanzen zu schützen. Denken Sie über eine Insektizidausbringung nach. Diese kann mit einer angepassten (reduzierten) Aufwandmenge eines Wachstumsregulators kombiniert werden, um die Pflanzen für die kühle Jahreszeit zu konditionieren.

 

Sind mehr als 15 gleichmäßig verteilte Pflanzen pro m² zwar spät aufgelaufen, so besteht aber eine gute Chance, dass sich die Pflanzen ausreichend gut vor dem Winter entwickeln können. Ab 6 Laubblättern hat der Raps eine gute Winterhärte erreicht, auch bei weniger als 6 Laubblättern hat der Raps bei milden Wintern eine gute Überlebenschance. Sollte sich doch für ein Umbruch entschieden werden und es wurden schon Herbizide gefahren, so muss auf die Auflagen der jeweiligen Herbizide im Nachanbau geachtet werden. 

 

Es gibt deutschlandweit aber nicht nur schlecht aufgelaufenden Raps sondern auch Bestände die derzeit drohen zu Überwachsen. In Regionen in denen Niederschläge gefallen sind und die Temperaturen hochsommerlich waren, sind Bestände zu finden, in denen der Raps das 6-8 Blattstadium bereits erreicht hat. Angesichts der anhaltenden warmen Temperaturen und der angekündigten Niederschlägen sollten solche Bestände schnellstmöglich mit einem reinen Wachstumsregler behandelt werden. Überwachsenen Beständen droht bei einem strengen Winter die Auswinterung und dies sollte dringlichst verhindert werden. So empfiehlt DEKALB bei seinen Sorten z.B.: ein Carax® oder Toprex® einzusetzen. Bei Beständen die zu Überwachsen drohen sollte angesichts der Wetterlage ein Splitting gefahren werden. Die Aufwandmengen sollten auch hier dem Bestand angepasst werden. 

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