Beginnende Rapsblüte: Fungizid- und Insektizidapplikation 16.04.2018

Die Rapsbestände sind gut bis sehr gut aus dem Winter gekommen und Probleme mit Auswinterung gab es zum Teil nur im Nord-Osten des Landes. Hier zeigt sich allerdings, dass es große Unterschiede in der Winterhärte der verschiedenen Sorten gibt. Auf Abbildung 1 sieht man DK Exstorm aus unserem Hause neben Wettbewerbssorten. 

 

Rapsbestände von DEKALB: DK EXSTORM

 

Deutschlandweit stehen die Rapsbestände kurz vor der Blüte oder beginnen schon zu blühen. Auch die Temperaturen nähern sich tagsüber den 20°C und sinken nachts nur noch selten unter 5°C. Somit beginnt jetzt der Zuflug der meisten Schädlinge wie z.B.: Rapsglanzkäfer, Kohlschotenrüssler, Kohlschotenmücke, großer Rapsstängelrüssler und gefleckter Kohltriebrüssler.

Wenn einzelne Pflanzen ihres Bestandes schon das BBCH Stadium 59 (Erste Blütenblätter sichtbar, Blüten noch geschlossen) erreicht haben, dürfen Insektizide wie Biscaya 240 OD, Gazelle SG, Plenum, Steward oder solche die bis zum Stadium 59 einschließlich zugelassen sind oder  die Bienenschutzauflage „B1“ haben, nicht mehr angewendet werden.

Um einen wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten, sollte der Schädling früh erkannt und bei Überschreiten der Schadschwelle vor den ersten geöffneten Blüten behandelt werden. Eine Bekämpfung gegen den Rapsglanzkäfer nach dem BBCH Stadium 59 (Erste Blütenblätter sichtbar, Blüten noch geschlossen) ist auch nicht mehr notwendig, da der Rapsglanzkäfer sich ausschließlich von Blütenstaub ernährt, an den er anfangs nur durch Zerbeißen der Kelch- und Blütenblätter gelangt. In offene Blüten kann der Schädling jedoch ungehindert eindringen und verursacht keinen Schaden mehr.

 

Rapsbestände von DEKALB: DK EXSTORM

 

Tabelle 1: Zugelassene Insektizide im Raps, Stand 01.04.2016: Je nach Tankmischung kann sich die Bieneneinstufung von B4 nach B2 oder B1 ändern (Quelle: JKI.Bund.de)

 

Der aktuelle Rapsglanzkäferbefall ist regional stark unterschiedlich. Er schwankt zwischen mäßigem Befall, der nicht die Schadschwelle von 10 Rapsglanzkäfern pro Haupttrieb in einem starken Bestand erreicht, bis zu seinem sehr hohen Befall, der die Schadschwelle doch weit überschreitet. Auch der Zuflug für den Rapsstängelrüssler und Kohltriebrüssler ist regional stark unterschiedlich. Hier gilt genauso wie für den Rapsglanzkäfer das Kontrollieren der abgedeckten Gelbschale und erst bei einem Überschreiten der Schadschwelle eine Applikation durchzuführen. Dies ist notwendig um eine Resistenzbildung an den Schädlingen zu verhindern.

 

Eine weitere in der Vollblüte gut behandelbare Rapskrankheit ist die Weißstängeligkeit verursacht durch den Erreger Sclerotinia sclerotiorum. Sie tritt vor allem bei  engen Rapsfruchtfolgen (<25%) und bei langjährigem Rapsanbau auf. Charakteristisch für diese Krankheit ist das Auftreten von lockerem weißem Pilzmyzel auf dem Stängel und Wurzelhals. Bricht man den Bereich auf, so findet man die für die Krankheit typischen Sklerotien. Diese Sklerotien haben eine sehr ähnliche Form wie „Hasenködel“ und sind so auch für das ungeübte Auge einfach zu erkennen. Entscheidend für das Auftreten von der Weißstängeligkeit sind die Witterungsbedingungen zur Blütezeit. Aufgrund der geringen Kurativleistung der Fungizide gegen den Pilz sind Behandlungen möglichst zeitnah zur Infektion zu legen, nur so sind ca. 2 Wochen Wirkung gegen den Pilz zu erreichen. Pauschal sind Behandlung zum BBCH Stadium 65 (Vollblüte) ausreichend wirksam. Standardbehandlungen werden in intensiven Rapsanbauregionen prophylaktisch immer zur Vollblüte durchgeführt (Tabelle 2). 

 

Fungizide zur Blütenbehandlung in Winterraps

 

Tabelle 2: Auswahl von Fungiziden zur Blütenbehandlung in Winterraps