Die Nährstoffzusammensetzung in der Maissilage 30.11.2017

Warum Nährstoffbestandteile so wichtig sind?

Durch sorgfältiges Abwägen der Nährstoffzusammensetzung kann der Landwirt die Qualität seiner Silage und die wirtschaftliche Leistung seiner Milchproduktion entscheidend beeinflussen.

 

Hochwertige Maissilage erhöht die Aufnahmekapazität und hiflt dabei, den Nährstoffbedarf der Kühe zu decken. Minderwertige Silage hingegen nimmt zu viel Platz im Pansen ein und verursacht zusätzliche Kosten, da die Ration durch die Zugabe von Ergänzungsfuttermitteln aufgewertet werden muss.

 

Eine hohe Silagequalität und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stärkegehalt und Zellwandverdaulichkeit können zur anhaltenden Gesundheit der Herde beitragen und deren Leistung erhöhen. Für den Landwirt bedeutet das mehr Produktivität und Profitabilität.

 

Wesentliche Faktoren, die den Nährwert beeinflussen sind Zellwandverdaulichkeit und Stärke bzw. die darin enthaltene Energie. Diese Faktoren spielen eine entscheidene Rolle, wenn es darum geht, eine hohe Silagequalität zu erzeugen. Die Züchter von DEKALB berücksichtigen diese Faktoren bei der Selektion neuer Maissorten.

 

Energie

Silomais wird in erster Linie aufgrund seines hohen Energiegehaltes angebaut. Obwohl bei der Züchtung auch angestrebt wird, andere Nährstoffbestandteile wie Aminosäuren und Ölgehalt zu fördern, gilt der Silomais weiterhin als wesentlicher Energielieferant. Energie ist bei der Tierernährung nicht als eigentlicher Futterbestandteil zu betrachten, sondern kennzeichnet den Brennwert und damit die chemisch gebundene Energie eines Futtermittels, die vom Körper des Tieres in metabolische Aktivität umgesetzt wird. Mais bindet diese Energie in zwei Formen:

 

  • als Rohfaser in der Restplflanze; dessen Energie zu 40 bis 80 % verdaulich ist (dNDF) sowie

  • als Stärke im Kolben, dessen Energie zu fast 100 % verdaulich ist

 

Die jeweiligen Anteile sind abhängig von Sorte, Erntephase, Aussaatzeitpunkt und Witterungseinfluss. Bei der Maispflanze wird der Rohfaseranteil mit der Zeit immer geringer, während der Stärkeanteil (im Kolben) steigt.

Weitere Nährstoffe wie löslicher Zucker, Proteine und Fette sind in der Maissilage nur in geringen Mengen vorhanden und beeinflussen die gesamte Futterration nur minimal.

 

densità di mais Stärke

 

  • Wesentliche Energiequelle im Mais, befindet sich im Kolben.

  • Anteil im Silomais: ca. 27 bis 35 % .

  • Entsprechende Anpassung der Stärkeration ist abhängig vom Gehalt:

    • Bei zu geringem Gehalt: konzentriertes Ergänzungsfutter beimischen, um den Energiegehalt zu erhöhen, oder den Silomaisanteil in der Ration erhöhen

    • bei über 30 %: mehr Rohfaser beimischen, damit die Tiere vermehrt wiederkauen und um eine Magenübersäuerung zu vermeiden.

Die Stärke wird von der Kuh größtenteils verwertet, unter bestimmten Umständen jedoch gehen Teile davon verloren. Dies hängt davon ab, wie sich die Gesamtration zusammensetzt und wie gut die Körner bei der Ernte angeschlagen wurden (Stichwort: Corncracker). Stärke kommt in zwei Formen vor:

  • als glasige Stärke im hornigen Endosperm

  • als mehlige Stärke im weichen Endosperm

 

Die Glasigkeit der Stärke ist abhängig von der Erntephase (mehr mehlige Stärke bei trockener Ernte) und von der genetischen Veranlagung der Pflanze (mehr glasige Stärke bei Hartmais). Glasige Stärke ist für den Pansen des Viehs meist schlechter verdaulich. Nach einigen Wochen Lagerung im Silo erreicht sie jedoch eine ebenso gute Verdaulichkeit wie mehlige Stärke. Auch bei gut angeschlagenen Körnern entfällt der nachteilige Effekt der Glasigkeit.

 

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Rohfaser

Wiederkäuer sind in der Lage, Energie aus der über das Futter aufgenommenen Rohfaser zu ziehen. Der Pansen arbeitet dabei ähnlich wie ein Gärbehälter: Bakterien zersetzen die Rohfaserbestandteile in Zucker, der für den Darmtrakt besser zu verdauen ist. Bei der Verwertung von Futterpflanzen haben Wiederkäuer damit einen Vorteil gegenüber monogastrischen Tieren wie Schweinen.

Die Rohfaser ist maßgeblich durch die Zellwand der Pflanzenzelle bestimmt und besteht aus Hemicellulose, Cellulose und Lignin, die zusammen als Neutrale-Detergenz-Faser (NDF) bezeichnet werden und hauptsächlich in der Restpflanze, sprich dem Maisstroh inklusive Stängel und Blatt auftreten. Die Cellulose ist der am besten ruminal abbaubare Faserteil.

 

3 Kriterien für den Rohfaseranteil in der Maissilage:

 

Neutral-Detergenz-Faser (NDF): Summe der Gerüstsubstanzen, angestrebter Wert = ca. 38 - 43 % TM

Säure-Detergenz-Faser (ADF): Langsam abbaubarer Faseranteil, angestrebter Wert = ca. 19 - 43 % TM

Säure-Detergenz-Lignin (ADF): Ligningehalt, nahezu unverdaulich, angestrebter Wert = ca. 1,5 - 3 % TM

 

Zu beachten ist, dass die Differenz von NDF und ADF den Hemicellulose-Anteil darstellt.

 

Zellwandverdaulichkeit

Da nur ein Teil der Fasern im Pansen der Kuh verdaut werden kann, ist es wichtig zu messen, welcher NDF-Anteil direkt verdaulich ist. Bei der Bestimmung der effektiven Verdaulichkeit ist zu beachen, dass viele Parameter miteinander interagieren. Dies wird gewöhnlich im Labor ermittelt, indem die Aktivität der Mikroorganismen im Pansen mithilfe der dNDF-Bewertungsmethode (dNDF= gesamter im Pansen verdauter NDF-Anteil) in vitro nachgeahmt wird.

 

NDF-Verdaulichkeit (dNDF): Verdaulichkeit des gesamten Rohfasergehalts (NDF). Angestrebter Wert: ca. 50 - 60 %

 

DEKALB: Qualität setzt sich durch. Wir züchten für den Landwirt

Während einige Züchter sich ausschließlich auf den Stärkegehalt der Silomaissorten konzentrieren, arbeiten die Experten von DEKALB daran, neben der Stärke auch die Faserverdaulichkeit kontinuierlich zu verbessern. Dieses Engagement für zusätzliche Qualität unterscheidet uns von der Konkurrenz und gewährleistet eine Erhöhung der Qualität und Leistung unserer Silomaissorten für den Landwirt.

 

DEKALB befasst sich nicht nur mit der Optimierung der Ertragsstabilität unter Zuhilfenahme neuester Technologien, sondern auch mit einem Auswahlprogramm, das speziell auf die Verbesserung der Pflanzenverdaulichkeit (dNDF) bei gleichzeitig erhöhtem Körnerertrag abzielt. Das Ergebnis ist ein höherer Stärkeertrag, verbesserte Verdaulichkeit, verbesserte Futterverwertung und ein erhöhter Gewinn für den Milcherzeuger.

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